Freitag, 13. November 2009

Die innere Sicherheit

Nachdem das Rektorat der Uni Tübingen den Audimax räumen ließ, ist man dankbar dafür, daß man vor einem halben Jahr noch keine ganz schwarze Regierung hatte. Die Bilder muß man sich mit Bundeswehr vorstellen. Sicher wäre der Einsatz auch dann "reibungslos" verlaufen. Andererseits ist der Finanzminister nicht mehr Innenminister, insofern wird es wohl bei weiteren Räumungen bei Polizeikräften bleiben.
Übrigens war die Räumung am Donnerstag alternativlos wie die Politik von Angela Merkel. Der Hörsaal sei am kommenden Wochenende vermietet, teilte der Rektor Prof. Engler mit.
Man beachte die Unterschiede:

  • In der BILD wird von Druck der Polizei gesprochen, während die Stuttgarter Nachrichten von reibungslos sprechen.
  • Laut BILD seien 200 Demonstranten im Hörsaal gewesen, den Stuttgarten zufolge waren es 400 Studenten.
  • In den Stuttgarter Nachrichten seien Gespräche von seiten der Studenten verweigert worden und schließlich wäre das Rektorat bei diesen Gesprächen vorgeführt worden. In der BILD hat Prof. Engler lediglich einen Vorwurf erhoben.
Gemeinsamkeiten soll man nicht verschweigen:
  • Hauptgrund für die Räumung am Donnerstag war die Vermietung des Hörsaals am Wochenende.
Mmh. Zu den Gründen der Demonstration erfährt man vom ZDF die Universitäten seien unterfinanziert, überlastet und böten zu geringe Qualität. Der Reutlinger General-Anzeiger erläutert sogar noch mehr, es heißt man hätte Solidarität mit österreichischen Studenten demonstrieren wollen, aber es gebe auch massive Probleme bei der Umstellung auf Bachelor und Master. Dort heißt es auch man habe die Studenten noch zum Marktplatz begleitet. Im SWR kennt man die Bedeutung von "freiwillig" nicht, zunächst wollte man nicht den Saal verlassen, dann ging man freiwillig, um schließlich nur unter dem Eindruck der Polizei zu gehen. Nichtsdestotrotz ist Rektor Engler und seine sterile Nähe zum Studierenden sehr sehenswert.

Sonntag, 8. November 2009

Bedröppelt

Bedröppelt steht sie schnur gerade da. Gerade stehen kann sie, das hat sie der Kanzlerin voraus. Für Gesundheit hat sie sich interessiert, schon den Schrank aufgeräumt und die Koalitionsverhandlungen in diesem Bereich geführt. Nun steht sie da. Die erwartete Aufstiegsleine verwehrt die Angela und die familienfreundliche Bildungsrepublik bleibt weit entfernt. Die Älteren erinnern sich, als mir die Krankenversicherung rückwirkend gekündigt wurde und ich auch keine neue bekam, weil ich bereits ohne Krankenversicherung gelebt hatte - schließlich hat man als Doktorand mit Stipendium keinen Anspruch auf Krankenversicherung. Beim Abschluß einer privaten Versicherung wies man gleich darauf hin, daß Kosten im Zusammenhang mit einer Geburt oder Erkrankungen im Fachgebiet eines Arztes, den ich den letzten 12 Monaten besucht hatte, nicht erstattet werden.
Arme Ursula, da hätte sie Familien- und Gesundheitspolitk (und auch etwas Bildungspolitik) mal gemeinsam angehen können. Aber, Moment! Sie war doch fünf Jahre Familienministerin! Da hätte sie doch mal die Kosten einer Geburt in die Krankenversicherung für Akademiker drücken können, um die Vision der rückgratfreien Kanzlerin (familienfreundliche Bildungsrepublik) voran zu bringen. Na ja, nun wird sie eine Herdprämie einführen. Da fragen sich einige, warum immernoch weniger Frauen Vorstand oder Professorin sind...
Aber es gibt auch gute Nachrichten. McDonald's verläßt Island, alle drei Filialen werden geschlossen. Keine Sorge, es gibt noch Essen in Island. Außerdem: nach 20 Jahren haben sich Ostmarken auch im Westen etabliert. Es tut auch sonst was: womöglich wird das Langstreckenbusverbot aufgehoben, dann bekäme die Connex Konkurrenz im Billigstsegment auf gut den erschlossenen Hauptstrecken.
Wegen angeregter Diskussion verfehlte ein Linienflug sein Ziel. Da es offenbar um ein Thema ging und Argumente vorgebracht worden, kann die deutsche Regierung nicht beteiligt gewesen sein.

Samstag, 31. Oktober 2009

RHUL rules

Gerade habe ich einen Artikel von dem Spiegel bekommen. Da sind Bilder dabei und auch Text, aber leider ist es etwas durcheinander geraten, übertrieben und stimmt mitunter auch nicht.
Der "edle" Cider wird für gewöhnlich im Supermarkt erworben, auch einen Radlers aus der Flasche serviert im Plastebecher mit "schlürfen Mixgetränke" zu beschreiben ist wohl etwas euphemistisch. Das als "einfach" beschriebene Zimmer entspricht höchsten Standards und es hat mich zwei Jahre gekostet ein solches zu kriegen. Abgesehen davon zeigt das Photo das Zimmer im Hotelbetrieb mit Bettwäsche, Handtüchern und Duschbad. Das ist im Wohnheimbetrieb nicht inklusive. Diese Zimmer sind auch nicht in Founder's und der "Blick" aus diesem Zimmer ist ganz offensichtlich ein Baum oder Strauch. Tatsächlich sehen die meisten aus solchen Zimmern nur den Nachbarblock - und den Blick auf Founder's gibt es aus der abgebildeten Zimmerkategorie auch insgesamt nicht. Ja, und das ist kein Deppen ', es handelt sich nämlich wirklich nur um ein Haus. Die Zimmer in Founder's sind einfache Zwei- oder Dreibettzimmer - das paßte nur irgendwie nicht ins Bild, das der Spiegel gerne haben wollte. "Betreutes Wohnen" gibt es, aber nur für Leute mit speziellen Talenten (das heißt Behinderte, die einfach manchmal Unterstützung brauchen). Ganz nebenbei ist Founder's ein Distanzgebäude, das je näher man ran geht, eine Renovierung immer dringender benötigt. Zum Thema Konferenz sollte man anmerken, daß viele Studenten den Sommer über gern nach Hause fahren und die Miete nicht bezahlen wollen. Insbesondere die Bewohner von Founder's ziehen ihr Zimmer zu Hause dem Mehrbettzimmer vor.
Wie schön ist Pressefreiheit, wenn nur wenige es tatsächlich nachprüfen können.

Freitag, 30. Oktober 2009

Vampirbänkertum

Da ist eine Bank schlecht zu ihren Kunden, daraufhin verlassen die Kunden die Bank. Schlecht dran sind dann die Kunden, das hat man nun in Holland rausgefunden.

Sonntag, 18. Oktober 2009

Klassengesellschaft

Diesmal aus der Mitte, London (und auch letzte Woche).