Montag, 6. Juli 2009

Konkurrenz auf der Schiene

Fehlentwicklungen zu fördern, bietet sich in der Krise direkt an. Ein schönes Beispiel ist Abwrackprämie. Aber Großkonzerne haben bekanntlich keine Hemmungen, wenn es darum geht den Steuerzahler auszuquetschen wie eine Zitrusfrucht in der industriellen Saftgewinnung und ihn als veräppeltes Trockensaftkonzentrat kräftig zu verschaukeln.

Die Konkurrenten der Deutschen Bahn, die sich wie die Deutsche Bahn übrigens auch, um Regionalstrecken bewerben, hatten nun die glänzende Idee, eine Wiederverwendungsklausel für ihre Züge zu verlangen. Das heißt, wer auch immer nach 10 Jahren bei der Neuausschreibung das Los gewinnt, muß die Züge des Vorgängers nutzen. Damit reduziert sich der Preiskampf ausschließlich auf die Lohnkosten, da alle anderen Faktoren (Strecken- und Bahnhofsgebühren, Züge, Fahrpreise, Ticketkosten) reguliert sind. Die Deutsche Bahn zahlt Tariflohn, während die Konkurrenz das nicht tut. Da aber durch den Tariflohn keine Ausschreibung mehr zu gewinnen war, gründete die Bahn kleine Unternehmen, um den Tariflohn zu umgehen. Statt nun den Tariflohn für alle festzuschreiben, und Flexibilität beim Material zu erlauben, verweist man auf das Beispiel der Post. Dort hat der leidige Grundsatz "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!" für Unmut gesorgt.

Die politische Klasse, allen voran die Leipziger Verkehrsplaner, möchte nun den Wettbewerb über die Lohnkosten weiter fördern. Das wird TOLL! Ohne Tariflöhne gibt es auch keine Streiks mehr beim Tariflohn. Aber es gibt noch mehr TOLLe Vorteile. Beispielsweise ist man dann ewig an die billigen Dieselfahrzeuge von irgendwelchen Konzernen gebunden, selbst wenn die Strecke elektrifiziert ist. Die für die Shareholdervaluekonzerne schon immer leidliche Tarifautonomie wird zur Farce. TOLL ist auch, daß es endlich einen neuen elitären Sport gibt, der im Gegensatz zur Fuchsjagd politisch gewollt ist: Arbeiterlohndumping! Auch die Sozialsysteme profitieren von sinkenden Einnahmen, dann hat man nämlich endlich einen Grund den Beitragssatz zu erhöhen. TOLL!

Übrigens, im Königreich entzog man neulich die Linzenz zum Betrieb der Ostküstenlinie. Bergündung: Es sei nicht hinnehmbar, wenn ein Unternehmen alles mitnehme, wenn es gut läuft, aber wegrenne, sobald es Schwierigkeiten gebe.

Sonntag, 21. Juni 2009

Nordsee, Ostsee

Beide Seen sind jetzt im Fernsehen:

Die Nordsee

und

die Ostsee.

Dazu noch ein paar Zahlen:

  • Straße von Hormus: 5.500 Tanker/Jahr, 40 km breit
  • Panamakanal: 14.500 Passagen/Jahr, 33,5 m breit, Lotsenpflicht, Geschwindigkeitsbegrenzung, Nachtfahrverbot
  • Suezkanal : 16.000 Passagen/Jahr, 195 m breit, Lotsenpflicht, Geschwindigkeitsbegrenzung, Konvoimanagement
  • Straße von Malacca: 50.000 Passagen/Jahr, 805 km breit
  • Bosporus: 50.000 Passagen/Jahr, 700 m breit, Lotsenempfehlung, teilweise Schlepperpflicht, Kontrolle des Verkehrs und Einschränkung im Nachtverkehr, Geschwindigkeitsvorgabe (10 kn), Meldepflicht
  • Kadettrinne: 65.000 Passagen/Jahr, 450 m Breite je Richtungsrinne, AIS Erfassung in W'münde
  • Straße von Gibraltar: 110.000 Passagen/Jahr, 14 km breit, Geschwindigkeitsbegrenzung, Radar und AIS
  • Straße von Dover / Pas de Calais: 160.000 Passagen/Jahr, 34 km breit, Verkehrsmanagement in Fahrrinnen durch die Küstenwache (Meldepflicht)

Den Verkehr auf der Kadettrinne kann man auch am unteren Ende der Seite ansehen.

Sonntag, 14. Juni 2009

Trooping the Colour

Der Geburtstag der Königin ist natürlich nicht komplett ohne Trooping the Colour an St James. BBC1 mit einem Mitschnitt von Trooping the Colour 2009.
Wegen Problemen mit BBC1 in Deutschland, hier der Link zu Youtube. Dort gibt es Trooping the Colour 2009 der Mitschnitt der Live-Übertragung in zwölf Teilen.

Samstag, 6. Juni 2009

Wahl, Wahl, Wahl

Da ist Gordon Brown. Er hat einen Trumph: seine Initialen sind die Abkürzung für Great Britain. Und dann hat er noch in verschiedenen und zahlreichen Punkten versagt (in der Finanzkrise hat der Bonuszahlungen gesichert und die Last vor allem auf die niedrigen Einkommen verteilt, auch hat er die Obergrenze für Studiengebühren weggenommen, damit vor die Arbeiterklasse nicht studiert).

The Guardian schreibt "Brutales Wählerurteil fegt Labour weg." GB selbst spricht von "schmerzhaft". BBC gibt ein Understatement "Für Labours Pessissimus gibt es gute Gründe." Minister fordern GB auf, doch endlich zurückzutreten, damit die Partei überhaupt noch ein Chance hat.

Das Ergebnis. Es wurde in 34 Counties gewählt, 33 Ergebnisse liegen vor. Labour konnte mit Gordon Brown in keinem Council die Mehrheit erringen. Von 2290 Konzilanten gewann Labour 176 Mandate (7,6 % der Mandate). In Surrey ging von 79 Plätzen einer an Labour (1,2 % der Mandate). GB liegt weit abgeschlagen hinter den sonst unter "Others" geführten Parteien, die in Surrey zehn Plätze gewinnen konnten.

In einem Kurs über Leadership hieß es mal "If you are in hole, stop digging!"

Donnerstag, 4. Juni 2009

Alles voll Schokolade

Das ist alles voll Schokolade in verschiedener Farbe. Die Fleet-Schokolade wurde in Hamburg airside im Plaza erworben und kommt eigentlich aus Belgien. Drin ist ganz normaler belgischer Trüffel in Borkenschokolade gerollt. Was an sich auch relativ süß ist. Und dann gibt es diese grüne Schokolade mit richtigem (!) Matcha 抹茶, wo es sich um einen Monat vor der Ernte beschatteten feinst gemahlenen japanischen Grünen Tee (Tencha 碾茶) handelt. Der Geschmack ist intensiv nach japanischem Grünen Tee - wer hätte es gedacht.

Außerdem gab es heute einen Kurs über die Pressearbeit, mit einem echten Journalisten von BBC und dem Pressemitarbeiter von Royal Holloway. Ein kleines Fernseh- und Tonstudio mit Standleitung zum BBC London hätte man im Queen's Building unterm Dach auch nicht vermutet. Es ist ja ein fensterloser Raum.